Vorfahrt – auch ohne Schilder

Eine vorfahrtberechtigte Straße kann allein damit eingerichtet werden, daß  auf den einmündenden Straßen die Verkehrszeichen 205 „Vorfahrt gewähren“vorfahrtgewaehren_205 oder 206stop „Halt! Vorfahrt gewähren!“  aufgestellt sind. Diese sind nämlich Vorschriftzeichen.

Deren Gegenstücke, die Verkehrszeichenvorfahrt_kreuzung 301″Vorfahrt“ undvorfahrt_306 306 „Vorfahrtstraße“ sind reine Richtzeichen , die nur der Orientierung und der Flüssigkeit des Verkehrs dienen. Steht Zeichen 205 allein, so verpflichtet es aus seiner selbständigen Bedeutung heraus zum Warten und schafft, gleichsam als Reflex, den anderen Straßen die Vorfahrt.

Quelle: Urteil Oberlandesgricht Köln in Verkehrsrechtssammlung Band 86 Seite 94.

Die Verkehrsschilder 301 und 306 an fast jeder Kreuzung in Deutschland sind eine Hauptursache des deutschen Schilderwaldes. Unsere Nachbarländer Österreich und Frankreich zeigen, daß man innerorts weitgehend ohne diese Verkehrszeichen auskommt: Die einmündende wartepflichtige Straße von rechts erhält nämlich eine deutlich sichtbare Haltlinie bzw. Wartelinie direkt am Einmündungsbreich. Der Fahrer auf der bevorrechtigten Straße orientiert sich daran und kann dadurch auch zügig  fahren ohne durch das „fehlende Vorfahrtschild“ unsicher zu sein. Zusätzlich kann der Vorfahrtberechtigte die Vorfahrt-nehmenden Schilder am Ende der einmündenden Straße auch an Ihrer  dreickigen bzw achteckign Form „von hinten“ einwandfrei erkennen.

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